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Wissen für Gastgeber, verständlich erklärt.

Die wichtigsten Begriffe aus Revenue Management, Vertrieb, Daten und KI in der Hotellerie, verständlich erklärt. Dazu unser Podcast zum Anschauen und Nachlesen.

Glossar

Revenue-Begriffe von A bis Z.

Die wichtigsten Begriffe aus Revenue Management, Vertrieb, Daten und KI. Kurz erklärt, mit Formel, wo es eine gibt.

Kennzahlen

ADR

Average Daily Rate: der durchschnittliche Zimmerpreis pro verkauftem Zimmer und Nacht.

Formel: Logisumsatz ÷ verkaufte Zimmer

Aufenthaltsdauer

Auch Length of Stay (LOS): durchschnittliche Anzahl Nächte pro Buchung. Beeinflusst Reinigungskosten, Lücken im Belegungsplan und Restriktionen.

Formel: Übernachtungen ÷ Anzahl Buchungen

Auslastung

Anteil der verkauften an den verfügbaren Zimmern in einem Zeitraum. Sagt, wie voll das Haus ist, aber nicht, wie gut es verdient.

Formel: verkaufte Zimmer ÷ verfügbare Zimmer × 100

Buchungsvorlauf

Auch Lead Time: wie viele Tage zwischen Buchung und Anreise liegen. Bestimmt, wann Preise steigen sollten und wann Angebote noch wirken.

Direktbuchungsanteil

Anteil der Buchungen oder des Umsatzes, der über Website, Telefon und E-Mail ohne Vermittler hereinkommt. Je höher, desto geringer die Vertriebskosten.

GOPPAR

Gross Operating Profit per Available Room: Betriebsergebnis pro verfügbarem Zimmer. Zeigt, ob mehr Umsatz auch mehr Ertrag bringt.

Formel: GOP ÷ verfügbare Zimmer

Logisumsatz

Umsatz aus der reinen Zimmervermietung, ohne Verpflegung und Zusatzleistungen. Bei Pauschalen wird der Logisanteil herausgerechnet.

On the books

Der bereits gebuchte Bestand an Zimmern und Umsatz für ein künftiges Datum. Basis für jeden Vergleich mit Vorjahr und Forecast.

Pace

Der Buchungsstand im Vergleich zum gleichen Zeitpunkt im Vorjahr. Liegst du vorn oder hinten, bevor die Saison beginnt?

Pickup

Neu eingegangene Buchungen für ein Anreisedatum innerhalb eines bestimmten Zeitraums, zum Beispiel in den letzten sieben Tagen. Zeigt früh, ob die Nachfrage anzieht oder nachlässt.

RevPAR

Revenue per Available Room: Logisumsatz pro verfügbarem Zimmer. Verbindet Auslastung und Preis in einer Zahl und ist deshalb die wichtigste Steuerungsgröße im Revenue Management.

Formel: Logisumsatz ÷ verfügbare Zimmer oder ADR × Auslastung

Stornoquote

Anteil der stornierten an allen getätigten Buchungen. Eine hohe Quote verfälscht den Buchungsstand und spricht für andere Stornobedingungen.

TRevPAR

Total Revenue per Available Room: Gesamtumsatz (Logis, F&B, Spa und mehr) pro verfügbarem Zimmer. Wichtig für Häuser mit starkem Zusatzumsatz, etwa Halbpension oder Wellness.

Formel: Gesamtumsatz ÷ verfügbare Zimmer

Vertriebskosten

Alle Kosten, die eine Buchung verursacht: Provisionen, Gebühren für Software und Metasuche, Werbung. Pro Buchung oder in Prozent vom Umsatz betrachtet.

Pricing & Revenue Management

BAR

Best Available Rate: der beste frei verfügbare, flexible Tagespreis. Von ihm leiten sich meist alle anderen Raten ab.

Closed to Arrival

Kurz CTA: An einem bestimmten Tag ist keine Anreise möglich, Aufenthalte über diesen Tag hinweg aber schon. Hilft, Belegungslücken zu vermeiden.

Compset

Competitive Set: die Gruppe von Mitbewerbern, mit der du Preise und Kennzahlen vergleichst. Sollte nach Lage, Kategorie und Zielgruppe gewählt werden, nicht nach Wunschdenken.

Displacement

Die Abwägung, ob eine Gruppen- oder Kontingentbuchung mehr bringt als die Einzelbuchungen, die sie verdrängen würde.

Dynamic Pricing

Preise, die laufend an Nachfrage, Buchungsstand, Wettbewerb und Saison angepasst werden, statt einmal im Jahr festgelegt zu werden.

Forecast

Prognose von Auslastung, Preis und Umsatz für künftige Zeiträume, aufgebaut auf Buchungsstand, Pickup und Vorjahreswerten.

Mindestaufenthalt

Auch MinLOS: Restriktion, die nur Buchungen ab einer bestimmten Anzahl Nächte zulässt. Schützt starke Tage vor Kurzaufenthalten, kann aber Lücken erzeugen.

Overbooking

Bewusst mehr Zimmer verkaufen, als verfügbar sind, um erwartete Stornos und No-Shows auszugleichen. Braucht verlässliche Daten und einen Plan B.

Preisabstände

Die Differenz zwischen Zimmerkategorien. Zu kleine Abstände machen Upgrades zu attraktiv, zu große verhindern sie.

Rate Shopper

Tool, das die öffentlichen Preise der Mitbewerber auf Buchungsportalen automatisch ausliest und vergleicht.

Ratenstruktur

Das System aller Raten eines Hauses: Basisrate, Ableitungen für Kategorien, Verpflegung, Stornobedingungen und Zielgruppen. Je einfacher, desto besser steuerbar.

Revenue Management

Das richtige Zimmer zum richtigen Preis über den richtigen Kanal an den richtigen Gast verkaufen. Ziel ist der höchstmögliche Ertrag, nicht die höchste Auslastung.

Revenue Management Software

Oberbegriff für Werkzeuge rund um Preisgestaltung, Prognose und Auswertung, vom Rate Shopper bis zum voll automatisierten RMS. Entscheidend ist eine saubere Anbindung an PMS und Channel Manager.

RMS

Revenue-Management-System: Software, die Nachfrage prognostiziert und Preisempfehlungen gibt oder Preise automatisch setzt. Sie ersetzt keine Strategie, macht sie aber täglich umsetzbar.

Stornobedingungen

Regeln, bis wann und zu welchen Kosten ein Gast stornieren kann. Flexible Raten kosten mehr, nicht stornierbare Raten sind günstiger und sichern Umsatz.

Upselling

Dem Gast vor oder während des Aufenthalts eine höhere Kategorie oder Zusatzleistungen anbieten. Hebt den Umsatz pro Gast ohne zusätzliche Buchung.

Yielding

Die tägliche Steuerung von Preisen und Restriktionen anhand der aktuellen Nachfrage. Heute meist mit Unterstützung einer Software.

Distribution & Vertrieb

Billboard-Effekt

Gäste finden ein Hotel auf einem Buchungsportal, buchen dann aber direkt. Ein Grund, warum Portale und Direktvertrieb sich ergänzen können.

Booking Engine

Die Buchungsmaske auf der eigenen Website. Je schneller und klarer sie funktioniert, desto mehr Besucher werden zu Direktbuchern.

Channel Manager

Software, die Preise, Verfügbarkeiten und Restriktionen aus dem PMS an alle angebundenen Portale verteilt und Buchungen zurückspielt. Verhindert Überbuchungen durch manuelle Pflege.

Distribution

Alle Wege, über die Zimmer verkauft werden: eigene Website, Telefon, Buchungsportale, Reiseveranstalter, Metasuche und Großhändler. Ziel ist der profitabelste Kanalmix.

GDS

Global Distribution System wie Amadeus oder Sabre: Buchungssysteme, über die Reisebüros und Firmenkunden weltweit Hotels buchen. Vor allem für Stadt- und Businesshotels relevant.

Kontingent

Auch Allotment: eine feste Anzahl Zimmer, die einem Partner zu vereinbarten Preisen zur Verfügung steht. Nicht verkaufte Zimmer gehen zur Release-Frist zurück an das Hotel.

Member Rate

Exklusiver Preis für registrierte Gäste, meist auf der eigenen Website. Ein legitimer Weg, Direktbuchern einen Vorteil zu geben.

Metasuche

Preisvergleichsportale wie Google Hotels, Trivago oder Kayak. Zeigen die Preise aller Kanäle nebeneinander und leiten auf den gewählten Anbieter weiter.

OTA

Online Travel Agency: Online-Buchungsportal wie Booking.com oder Expedia. Bringt Reichweite gegen Provision.

PMS

Property Management System: die zentrale Hotelsoftware für Reservierungen, Zimmerplan, Gästedaten und Rechnungen. Die wichtigste Datenquelle für jede Auswertung.

Provision

Der Anteil am Buchungsumsatz, den ein Vermittler erhält. Die Höhe hängt vom Portal, vom Vertrag und von gebuchten Sichtbarkeitsprogrammen ab.

Ranking

Die Platzierung eines Hotels in den Suchergebnissen eines Portals. Hängt unter anderem von Preis, Verfügbarkeit, Bewertungen, Inhalt und Provision ab.

Ratenparität

Gleiche Preise für dasselbe Angebot auf allen Kanälen. In Österreich sind enge Paritätsklauseln, die günstigere Preise auf der eigenen Website verbieten, gesetzlich unzulässig.

Reiseveranstalter

Anbieter wie TUI oder DERTOUR, die Zimmer zu Pauschalreisen bündeln. Arbeiten meist mit Nettopreisen und Kontingenten.

Daten, KI & Technologie

Business Intelligence

Das Zusammenführen von Daten aus PMS, Channel Manager und Buchhaltung in Dashboards, damit Entscheidungen auf Zahlen statt auf Bauchgefühl beruhen.

Conversion Rate

Anteil der Website-Besucher, die tatsächlich buchen. Ein kleiner Anstieg bringt oft mehr als zusätzliche Besucher.

Formel: Buchungen ÷ Besucher × 100

CRM

Customer Relationship Management: System zur Pflege von Gästedaten und Kommunikation. Grundlage für Stammgästeprogramme und gezielte Angebote.

Dashboard

Übersicht der wichtigsten Kennzahlen auf einen Blick, idealerweise automatisch aktualisiert. Ersetzt händische Excel-Listen.

Generative KI

KI, die neue Inhalte wie Texte oder Bilder erzeugt, zum Beispiel ChatGPT. Grundlage sind große Sprachmodelle (LLM).

GEO

Generative Engine Optimization: Inhalte so aufbereiten, dass KI-Assistenten wie ChatGPT oder Google Gemini dein Haus finden, verstehen und empfehlen. Die Ergänzung zur klassischen Suchmaschinenoptimierung.

KI

Künstliche Intelligenz: Systeme, die aus Daten Muster erkennen, Prognosen erstellen oder Texte erzeugen. In der Hotellerie etwa für Preisprognosen, Auswertungen und Gästekommunikation.

Machine Learning

Teilbereich der KI, bei dem Modelle aus historischen Daten lernen, zum Beispiel aus Buchungsverläufen, um Nachfrage vorherzusagen.

Schnittstelle

Auch API oder Interface: die technische Verbindung zwischen zwei Systemen, etwa PMS und Channel Manager. Ohne saubere Schnittstellen keine verlässlichen Daten.

SEO

Suchmaschinenoptimierung: Maßnahmen, damit deine Website bei Google zu relevanten Suchbegriffen weit oben erscheint und Direktbuchungen bringt.

Strukturierte Daten

Maschinenlesbare Angaben im Code einer Website, etwa zu Adresse, Ausstattung oder Bewertungen. Helfen Suchmaschinen und KI-Systemen, Inhalte korrekt einzuordnen.

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